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Bricking Bavaria 2026 in Augsburg: Unser Rundgang durch die große LEGO® Fan-Ausstellung

Bricking Bavaria 2026 in Augsburg: Unser Rundgang durch die große LEGO® Fan-Ausstellung

Es gibt Tage, an denen man mit vollem Speicher auf dem Handy und schmerzenden Füßen nach Hause fährt und trotzdem das Gefühl hat, nur die Hälfte gesehen zu haben. Der 31. Oktober 2026 war so ein Tag. Wir waren bei Bricking Bavaria 2026 in der Messe Augsburg, der großen LEGO® Fan-Ausstellung von Bricking Bavaria e.V., die heuer zum ersten Mal in Augsburg stattfindet. Zwei Hallen, Hunderte Aussteller, Raketen, Römer, Gallier, ein haushoher Baum, ein Lebkuchenmann so groß wie ein Kind und ein C-3PO aus über zwanzigtausend Platten. Und weil an diesem Samstag auch noch Halloween war, grinsten uns an jeder zweiten Ecke Kürbisse an.

Auch für Fans aus Österreich lohnt sich der Blick nach Augsburg. Von Salzburg oder Innsbruck aus ist die Fuggerstadt ein machbarer Ausflug, und ein gebürtiger Österreicher spielte bei Bricking Bavaria 2026 sogar eine der Hauptrollen. Dazu weiter unten mehr beim Brücken-Rekordversuch.

Dieser Bericht ist lang geworden, und das mit Absicht. Wir sind die Hallen Tisch für Tisch abgelaufen, haben die Ausstellungskarten gelesen und dir die Modelle herausgesucht, vor denen wir am längsten stehen geblieben sind. Wo eine Karte den Namen des Erbauers nennt, nennen wir ihn auch, denn ohne diese Leute gäbe es nichts zu sehen. Wo wir den Namen nicht lesen konnten, sagen wir das ehrlich.

Bricking Bavaria 2026 auf einen Blick

  • Wann: Samstag, 31. Oktober, und Sonntag, 1. November 2026
  • Wo: Messe Augsburg, Hallen 6 und 7
  • Veranstalter: Bricking Bavaria e.V., ein LEGO® Fanverein aus Bayern
  • Größe laut Veranstalter: knapp 7.000 m² Ausstellungsfläche, über 550 Fans und Aussteller, mehr als 700 Modelle und Anlagen
  • Partner: eBay unterstützt die Ausstellung laut Veranstalter, LEGO hatte einen eigenen Stand
  • Unser Besuch: Samstag, 31. Oktober 2026

Die Termine haben wir am Ausstellungstag noch einmal auf der Seite des Veranstalters geprüft. Alle Zahlen zu Fläche, Ausstellern und Modellen stammen von Bricking Bavaria e.V. selbst; nachgezählt haben wir nicht, aber nach einem Tag in den Hallen glauben wir sie sofort.

Neu in Augsburg: Messe statt Stadthalle

Wer Bricking Bavaria aus den letzten Jahren kennt, verbindet die Ausstellung vielleicht mit Fürth. Für 2026 ist der Verein umgezogen: Die Stadthalle Fürth, bisher die Heimat der Ausstellung, wird laut Bricking Bavaria für mehrere Jahre renoviert. Die neue Adresse ist die Messe Augsburg, und der Umzug hat der Ausstellung sichtbar gutgetan. Die Hallen sind hoch, hell und haben Oberlichter, durch die an diesem grauen Herbsttag erstaunlich viel Tageslicht fiel. Die Gänge zwischen den Tischen waren breit genug, dass man auch mit Kinderwagen oder mit einem Kind auf den Schultern durchkam, und ein Konferenzbereich diente den Ausstellern laut Veranstalter als Backstage.

Der Ablauf der Woche war übrigens größer, als ein Besucher ihn sieht. Laut Veranstalterseite war der Donnerstag Aufbautag, der Freitag ein sogenannter AFOL-Tag ohne Publikum, an dem sich die Aussteller untereinander die Modelle zeigen und ein eigenes Programm haben, und erst Samstag und Sonntag öffneten die Türen für alle. Wer am Samstagmorgen durch die Halle läuft, sieht also das Ergebnis von Monaten, manchmal Jahren Bauzeit plus zwei Tagen Aufbau.

Die Außenwand von Halle 7 der Messe Augsburg mit einem großen blauen Banner mit der Aufschrift Bricking Bavaria LEGO Fan-Ausstellung und zwei LEGO Figuren, davor herbstlich gefärbte Büsche Halle 7, Tor 2: Das Banner hängt unübersehbar an der Fassade. Davor leuchten die Büsche in Herbstfarben.

Wer hinter Bricking Bavaria steckt

Bricking Bavaria e.V. ist kein Unternehmen, sondern ein Verein von erwachsenen und jugendlichen LEGO® Fans, im Fan-Jargon AFOLs und TFOLs. Gegründet wurde der Verein laut eigener Website am 13. November 2010, hervorgegangen ist er aus einer schon länger bestehenden losen Gruppe. Im Mai 2026 zählte er nach eigenen Angaben rund 210 Mitglieder. Die Tradition der Ausstellungen ist sogar älter als der Verein: Die erste Bricking Bavaria fand 2004 in Kirchheim statt, damals mit 17 AFOLs. Von 17 Ausstellern in Kirchheim zu über 550 in Augsburg, das ist eine Entwicklung, die man sich auf der Zunge zergehen lassen kann.

Mitten in einer der Stadtanlagen stand ein kleines Schild mit dem LEGO Kopf und der Aufschrift „Recognized LEGO Fan Community“. Bricking Bavaria ist eine von LEGO anerkannte Fan-Community und auf LEGOs Plattform für Fan-Communitys gelistet. Wichtig, damit niemand etwas Falsches liest: Die Ausstellung wird von Fans organisiert und gebaut. Die Modelle gehören ihren Erbauern, und BrickDb hat mit der Organisation nichts zu tun. Wir waren ganz normale Besucher mit Tickets.

Raumfahrt: Saturn-Raketen, Classic Space und eine karierte Mondrakete

Gleich in der ersten Halle stießen wir auf ein Thema, das auf jeder Fan-Ausstellung zuverlässig Menschentrauben anzieht: Raumfahrt.

Mobile Startplattformen für NASA-Saturn-Raketen

Drei rote Starttürme, drei weiße Raketen, jede auf ihrer eigenen grauen Plattform, und davor drei große Fotos der echten Vorbilder. Das Modell heißt laut Karte „Mobile Startplattformen für NASA-Saturn-Raketen“ und stammt von Andor Schindler aus Ungarn. Die drei Modelle im Maßstab 1:110 zeigen die Startplattformen so, wie sie für drei verschiedene Missionen ausgerüstet waren: für die bemannten Apollo-Mondmissionen, für Skylab 1, den Start der ersten amerikanischen Raumstation, und für Apollo-Sojus (ASTP), die erste gemeinsame bemannte Mission der USA und der Sowjetunion. Bauzeit laut Karte: 2 Jahre. Steine: ca. 45.000.

Drei große LEGO Modelle von Saturn-Raketen mit roten Starttürmen auf grauen mobilen Startplattformen, davor auf dem Tisch drei Fotos der echten Raketen; die Gesichter der Besucher im Hintergrund sind unkenntlich gemacht Drei Missionen, drei Plattformen: Apollo, Skylab und Apollo-Sojus im Maßstab 1:110 von Andor Schindler (Ungarn).

Was uns besonders gefallen hat: Die drei Türme sind nicht einfach dreimal dasselbe Modell. Die Kräne, die Schwenkarme und vor allem die Plattform der rechten Rakete unterscheiden sich sichtbar, weil die echte Hardware für jede Mission umgebaut wurde. Wer sich für Raumfahrtgeschichte interessiert, kann hier lange stehen und vergleichen. Und wer LEGO Raumfahrt bisher nur aus dem Regal kennt, sieht hier, wohin die Reise gehen kann, wenn man nach dem ersten Raketenset einfach nicht aufhört.

Classic Space Explorer

Ein paar Tische weiter ging es in die andere Richtung der Raumfahrt, zurück in die Achtziger. Blau, grau, transparent-gelbe Kanzeln: Wer mit LEGO Weltraum groß geworden ist, erkennt die Farben sofort. Auf der Karte steht „Classic Space Castle / Classic Space Explorer“, als Erbauer Massimiliano Quaino. Auf dem Rumpf prangt die Kennung „LL 2K18“, ganz im Stil der alten Raumschiffe mit ihren LL-Kennungen.

Ein großes LEGO Raumschiff in Blau und Grau mit gelb-transparenten Cockpitkuppeln, Klappflügeln und der Aufschrift LL 2K18 auf dem Rumpf, daneben eine Ausstellungskarte Classic Space in Groß: der „Classic Space Explorer“ von Massimiliano Quaino mit der Kennung LL 2K18.

Das Schöne an diesem Modell ist, dass es die Formensprache von damals nicht ironisch zitiert, sondern ernst nimmt. Es ist größer, detaillierter und mit moderneren Techniken gebaut, aber es sieht aus, als könnte es 1985 in einem Katalog gestanden haben. Für viele Besucher in unserem Alter war das ein kleiner Zeitsprung.

Tim und Struppi: Reiseziel Mond

Und dann war da noch die schönste Rakete des Tages, rot-weiß kariert. Ein großes Diorama mit der Überschrift „Tim und Struppi × Reiseziel Mond“ zeigt die berühmte Mondrakete aus den Comics von Hergé zwischen zwei gelben Gerüsttürmen, vor einer blauen Wand mit Bergkulisse. Davor ein Wüstenabschnitt mit Zaun, Schranke und einem kleinen blauen Jeep, und vorne auf dem Tisch lag das passende Comicalbum, damit man Vorlage und Modell direkt nebeneinander sieht.

Ein LEGO Diorama mit einer rot-weiß karierten Mondrakete zwischen zwei gelben Gerüsttürmen, darüber der Schriftzug Tim und Struppi Reiseziel Mond, davor ein Wüstenabschnitt mit Zaun und Jeep und das Comicalbum Reiseziel Mond auf dem Tisch „Reiseziel Mond“: Comicalbum und Modell nebeneinander. Den Erbauer konnten wir auf den Karten leider nicht lesen.

Den Namen des Erbauers haben wir auf unseren Fotos nicht entziffern können, nur die Abstimmungskarte mit dem Titel „Reiseziel Mond“. Falls du das Modell gebaut hast: Schreib uns, wir ergänzen dich sehr gern.

Architektur in Steinen: Dresden und San Francisco

Raumfahrt zieht die Kinder an, Architektur die Eltern. Und die Architektur bei Bricking Bavaria 2026 war beeindruckend.

Die Frauenkirche Dresden, aufgeschnitten

Eines der Modelle, vor dem wir am längsten standen, war die Frauenkirche Dresden. Die gelb-sandfarbene Fassade ist bewusst unruhig gebaut, mit vielen verschiedenen Gelb- und Beigetönen, so wie der echte Sandstein mit seinen hellen und dunklen Steinen. Die Kuppel sitzt mächtig in der Mitte, die Laterne obendrauf trägt das Kreuz. Das eigentliche Highlight aber ist, dass die Kirche aufgeschnitten ist: Vorne steht die Fassade getrennt vom Rest, und man schaut direkt in den Innenraum mit den umlaufenden Emporen. Links davor steht ein eigener Abschnitt, der den Blick auf die Orgel und den Altar freigibt.

Ein großes LEGO Modell der Frauenkirche Dresden mit gelber Kuppel, aufgeschnitten, sodass man in den Innenraum mit Emporen blickt, links ein separater Abschnitt mit Orgel und Altar, rechts ein Turm; Gesichter von Besuchern sind unkenntlich gemacht Die Frauenkirche Dresden als Schnittmodell: außen Sandstein in vielen Gelbtönen, innen Emporen, Orgel und Altar.

Auf dem Tisch lag nur die Abstimmungskarte mit dem Titel „Frauenkirche Dresden“, den Erbauer konnten wir nicht lesen. Das Modell hätte eine eigene Seite verdient.

San Francisco: Shell Building und Transamerica Pyramid

Am Tisch daneben stand ein Stück Skyline von San Francisco. Links das Shell Building, rechts die Transamerica Pyramid, beide fast vollständig in Weiß gebaut und mit einer Ruhe in den Linien, die man bei LEGO Architektur selten sieht. Die Karte zum Shell Building erklärt, dass es eine Hommage an das Hochhaus von 1929 ist, ursprünglich für den Ölkonzern Shell gebaut und bis in die Sechzigerjahre dessen US-Niederlassung. Entworfen hat es der Architekt George Kelham in einer Mischung aus Art déco und Neogotik, mit charakteristischen Muschelornamenten. Das Modell zeigt es in einem Setting gegen Ende der Sechziger, und genau so sieht die Straße davor aus: ein hellblauer Bus mit Blumen, ein gelbes Auto mit schwarzen Streifen, Ampel und Zebrastreifen.

Zwei weiße LEGO Hochhäuser aus San Francisco: links das Shell Building mit Art-déco-Fassade und einer Straßenszene mit Bus und gelbem Auto, rechts die spitze Transamerica Pyramid auf ihrem Sockel; Besucher im Hintergrund unkenntlich gemacht San Francisco in Weiß: Shell Building und Transamerica Pyramid von Johannes Haimann (Himmelstadt, Unterfranken).

Die Transamerica Pyramid, laut Karte 1972 fertiggestellt, hebt sich mit ihrer markanten Pyramidenform von den klassischen Hochhäusern ab und ist ein Wahrzeichen der Skyline. Gebaut hat sie Johannes Haimann aus Himmelstadt in Unterfranken, der Teil der Fangemeinschaft RogueBricks ist. Ursprünglich entstand das Modell laut Karte als Teil eines großen RogueBricks-Dioramas, das auf der Messe Faszination Modellbau in Friedrichshafen gezeigt wurde. Achte bei dem Modell auf den Sockel: Die schrägen Stützen zwischen den Säulen sind fast filigran, und darunter laufen Minifiguren herum, als wäre es Mittagspause im Financial District.

Ganz in der Nähe stand übrigens noch ein Flughafen mit einem hohen Tower, auf dem in großen roten Buchstaben „ISTANBUL“ zu lesen war, inklusive Zug, Bus und Terminal. Architektur war bei Bricking Bavaria 2026 also nicht nur alt und europäisch.

Geschichte zum Anfassen: Gallier, Römer, Pharaonen und Rotröcke

Wenn du nur Zeit für eine Ecke der Ausstellung hättest, würden wir dir diese empfehlen. Hier standen die Anlagen, vor denen sich die meisten Menschen drängten.

Ein kleines Dorf auf der Klippe

Ein Dorf mit Strohdächern, umgeben von einem Palisadenzaun, auf einer Insel aus grauen Felsen, und davor ein Schiff mit rot-weiß gestreiftem Segel, mit einer bunt gemischten Mannschaft an Bord. Wir müssen nicht dazuschreiben, welches Dorf hier gemeint ist. Wer die Comics von Goscinny und Uderzo kennt, erkennt es sofort, und die Menschen um den Tisch herum haben es auch erkannt: Ständig zeigte irgendwer auf eine Hütte und sagte einen Namen.

Ein großes LEGO Diorama eines Dorfes mit Strohdachhütten und Palisadenzaun auf grauen Klippen über blauem Wasser, im Vordergrund ein Schiff mit rot-weiß gestreiftem Segel Das Dorf auf der Klippe: Palisaden, Strohdächer, Wälder und ein Schiff mit gestreiftem Segel.

Technisch ist die Anlage ein Fest. Die Klippen bestehen aus unzähligen grauen Elementen, die so verkantet sind, dass die Felswand wirklich zerklüftet wirkt. Das Wasser ist aus kleinen blauen Teilen in verschiedenen Tönen gelegt und bekommt dadurch eine Struktur wie bei leichtem Wellengang. Die Palisade ist aus Hunderten brauner Stäbe gebaut, die einzeln gesetzt sind. Eine Karte mit dem Namen der Erbauer haben wir in dem Gedränge leider nicht fotografieren können.

Rom am Wasser: MERCATUM, Circus und eine Flotte

Gleich gegenüber lag Rom. Eine riesige römische Stadtanlage mit weißen Häusern und Terrakottadächern, mit Zypressen, einem großen Markt mit der Aufschrift „MERCATUM“, einer Rennbahn voller Zuschauer und einem Hafen, in dem Galeeren mit Ruderreihen und eine Galeere mit rotem Segel samt SPQR-Emblem liegen. Am Kai werden Fässer, Amphoren und Waren umgeschlagen, ein hölzerner Kran hebt Ladung, und Hunderte von Minifiguren erledigen ihren römischen Alltag.

Eine große LEGO Anlage einer römischen Hafenstadt mit weißen Gebäuden und Terrakottadächern, Zypressen, einem Markt mit der Aufschrift MERCATUM und mehreren Galeeren im blauen Hafenbecken, eine davon mit rotem Segel Rom am Wasser: Markt, Rennbahn, Kai und Galeeren. Eine der größten zusammenhängenden Anlagen der Ausstellung.

Unser Lieblingsdetail war allerdings klein: Auf einem der Gebäude am Hafen steht in Großbuchstaben „ROMANES EUNT DOMUS“, falsch dekliniertes Latein, das jeder Fan einer bestimmten britischen Komikertruppe sofort erkennt. Davor stehen ein Legionär und ein Zenturio, die sehr streng gucken. Wir haben laut gelacht. Und am Rand der römischen Anlage wachte ein riesiger, aus Steinen gebauter Legionär im Maßstab einer übergroßen Minifigur, mit rotem Helmbusch, Kurzschwert und runder Brille, der Rom gegen jeden Besucher verteidigte, der zu nah an den Tisch kam.

Pyramiden, eine Sphinx und Besuch aus der Zukunft

Zwischen Rom und dem Rest der Ausstellung lag Ägypten: eine weiße Pyramide mit Bauarbeitern auf den Rampen, Tempelbauten und eine Sphinx aus sandfarbenen Steinen. Und ganz vorne, direkt an der Sphinx, steht eine kleine Gruppe Minifiguren in gelben, blauen und roten Oberteilen, die eher nach einem Raumschiff als nach dem Alten Ägypten aussehen. Eine Crew in diesen Uniformfarben kennt man aus Star Trek, und weil der Veranstalter im Vorfeld selbst auf 60 Jahre Star Trek hingewiesen hatte, war das ein wunderbarer kleiner Gag.

Eine LEGO Sphinx und eine große weiße Pyramide aus Steinen, vorne an der Sphinx eine Gruppe Minifiguren in gelben, blauen und roten Uniformoberteilen, die den Monumenten zuwinken; ein Gesicht im Hintergrund ist unkenntlich gemacht Die Sphinx bekommt Besuch von einer Crew in sehr bekannten Uniformfarben.

Rotröcke unter Palmen

Und weil Geschichte bei LEGO immer auch ein bisschen Abenteuer ist, gab es natürlich Piraten-Atmosphäre. Ein Tropenstrand mit Palmen, Bienenkörben, einer weißen Festung auf dem Felsen und davor eine Reihe Soldaten mit roten Jacken, weißen Gurten und hohen schwarzen Mützen, die gerade Kisten und Fässer am Strand abladen. Das Wasser davor ist aus transparenten Teilen gelegt, die das Hallenlicht so brechen, dass es tatsächlich glitzert.

Ein LEGO Tropenstrand mit Palmen, einer weißen Festung auf einem Felsen und einer Reihe Soldaten-Minifiguren in roten Jacken mit hohen schwarzen Mützen am Strand, davor transparent-blaues Wasser Rotröcke am Strand: Wer mit den Piraten-Sets aufgewachsen ist, wird hier sentimental.

Halloween in der Halle

Dass der erste Ausstellungstag auf den 31. Oktober fiel, haben einige Aussteller dankbar aufgegriffen.

Eine Modular-Stadt im Herbstkostüm

Eine der schönsten Stadtanlagen war ganz in Herbst und Halloween getaucht: Häuser im Stil der großen Modular-Gebäude, eine Lichterkette mit roten und gelben Laternen quer über die Straße, Kürbisse auf jedem Vorsprung, ein Marktwagen mit Kürbissen und Äpfeln, Geister, Skelette und Figuren mit Kürbisköpfen. Eine Treppe hinunter marschiert eine Kapelle mit Trommlern in roten Uniformen. Und an einer Hauswand hängt ein großes Filmplakat mit den Muppets, auf dem Balkon darunter sitzen passend dazu ein paar bekannte Gesichter.

Eine LEGO Stadtanlage im Halloween-Stil mit Lichterkette, Kürbissen, einem Marktwagen, Skelett- und Kürbiskopffiguren, einer Kapelle auf der Treppe und einem Muppets-Plakat an der Hauswand, im Hintergrund das Schild Recognized LEGO Fan Community Halloween in der Modular-Stadt: Lichterkette, Kürbisse, Parade und im Hintergrund das Schild „Recognized LEGO Fan Community“.

Hinter dieser Szene stand übrigens das Schild „Recognized LEGO Fan Community“, das wir oben erwähnt haben. Uns hat an dieser Anlage gefallen, wie viel Bewegung sie ausstrahlt, obwohl sich nichts bewegt. Man sieht die Parade förmlich die Treppe hinunterkommen.

Pennywise mit rotem Ballon

Halloween ohne Horror geht nicht. Auf einem Tisch stand ein gebauter Pennywise, der Clown aus Stephen Kings „Es“, in Weiß mit orangefarbenem Haar und einem großen roten Ballon in der Hand. Am Sockel liegt etwas, das wie ein gelbes Papierschiffchen aussieht, ein kleines Detail, das Fans der Geschichte sofort verstehen. Das Modell ist klein und trotzdem ein bisschen unheimlich, genau richtig für den 31. Oktober.

Ein aus weißen LEGO Steinen gebauter Clown mit orangefarbenem Haar, der einen großen roten Ballon hält, auf einem dunklen Sockel mit einem gelben Papierschiffchen; der Hintergrund ist unscharf und unkenntlich gemacht Pennywise mit Ballon und Papierschiffchen. Am 31. Oktober genau das richtige Maß Grusel.

Ghostbusters gegen ein Kürbismonster

Ein paar Meter weiter wurde zurückgeschlagen. Eine große Ghostbusters-Anlage zeigt eine Straßenkreuzung in New York, mit dem Ecto-1, einer riesigen Freiheitsstatue aus grünen Steinen und einem Hochhaus, auf dessen Dach etwas Unheimliches thront. Im Zentrum der Szene aber steht ein Monster mit Kürbiskopf und Wurzelarmen, umschlungen von einem schwarz-weißen Wurm, und zwei Geisterjäger nehmen es mit ihren Protonenstrahlen ins Kreuzfeuer. Die Strahlen sind aus gelbgrünen transparenten Schläuchen gelegt und sehen in natura fantastisch aus.

Eine LEGO Szene aus Ghostbusters: ein Monster mit Kürbiskopf und Wurzelarmen auf einer Straßenkreuzung, zwei Minifiguren mit Protonenpacks feuern gelbgrüne Strahlen darauf, daneben das Ecto-1 und Passanten Protonenstrahlen auf das Kürbismonster. Die Strahlen sind aus transparenten Schläuchen gebaut.

Popkultur und große Gemeinschaftsanlagen

Ein großer Teil der Ausstellung bestand aus Gemeinschaftsanlagen, an denen mehrere Fans zusammen gebaut haben. Der Veranstalter hebt genau diese großen gemeinsam gebauten Welten hervor, und sie sind tatsächlich das, was eine Fan-Ausstellung von einem Regal voller Sets unterscheidet.

Monorail meets Springfield

Die Anlage, vor der die meisten Kinder standen, war gelb. Sehr gelb. „Monorail meets Springfield“ ist laut Karte ein Gemeinschaftsprojekt und verbindet die Welt der Simpsons mit einer Einschienenbahn, die in einer langen grauen Schleife über die gesamte Anlage läuft. Mittendrin thront ein riesiger Homer auf einer roten Plattform über einem Fluss, darunter Bäume in Herbstfarben, ein Ruderboot und ein gelbes Auto. Im Hintergrund stehen bekannte Gebäude aus Springfield, und vorne erstreckt sich eine Blumenwiese mit Hunderten kleiner gelber Blüten.

Eine große LEGO Anlage im Stil der Simpsons mit einer grauen Einschienenbahn in Schleifen, einer riesigen Homer-Figur auf einer roten Plattform über einem Fluss, Häusern aus Springfield und Blumenwiesen „Monorail meets Springfield“: ein Gemeinschaftsprojekt mit Einschienenbahn und einem sehr großen Homer.

Wer die Folge mit der Einschienenbahn kennt, wird den Titel lieben. Und wer sie nicht kennt, hat trotzdem Spaß, weil sich auf der Anlage an jeder Ecke etwas versteckt.

Die Waldlinge

Eine Monorail der ganz anderen Art fanden wir bei den Waldlingen von Andreas „Feanor“ Pettau. Die Karte erzählt die Geschichte: Tief im Wald finden sich kleine Geister, die sich in den Früchten des Waldes eingenistet haben. Die essbaren davon sammelt der Koch „Le Zucchini“ für seine kulinarischen Kreationen ein, während er auf seiner „Monoraupe“ durch den Wald braust. Die Monoraupe ist ein Zug in Raupenform, der auf einer grauen Schiene um ein kleines Waldstück fährt, mit Pilzen, Herbstbäumen und lauter kleinen Gesichtern, die aus Früchten schauen.

Ein LEGO Waldstück mit Herbstbäumen in Orange und Gelb, einem roten Fliegenpilz und kleinen Figuren in Früchten, umgeben von einer grauen Schiene, auf der ein raupenförmiger Zug fährt, davor Ausstellungskarten „Die Waldlinge“ von Andreas „Feanor“ Pettau: drei Monate Bauzeit, ca. 9.999 Steine und eine Raupe als Zug.

Bauzeit laut Karte: 3 Monate. Steine: ca. 9.999, eine wunderbar präzise Schätzung. Das Modell ist ein schönes Beispiel dafür, dass eine Fan-Ausstellung nicht nur aus Nachbauten besteht. Hier hat sich jemand eine eigene kleine Welt ausgedacht, mit Figuren, Geschichte und Humor.

Formel 1 in der Boxengasse

Für die Motorsportfans gab es eine lange Rennstrecke mit Boxengasse und Tribüne. Die Boxengebäude sind in den Farben der Teams gestaltet, darüber sitzen auf der Tribüne Hunderte Minifiguren, und auf der Strecke stehen Formel-1-Autos im kleinen Maßstab, wie man sie von den kompakten Rennwagen-Sets kennt. Die Strecke selbst ist aus glatten grauen Fliesen gebaut, in denen sich die Hallenbeleuchtung spiegelt wie Asphalt nach einem Regenschauer.

Eine lange LEGO Formel-1-Strecke mit Boxengebäuden in Teamfarben, einer Tribüne voller Minifiguren und mehreren kleinen Rennwagen auf der glänzenden grauen Fahrbahn, vorne eine Ausstellungskarte Boxengasse und Tribüne: Die glatte Fahrbahn spiegelt das Hallenlicht wie nasser Asphalt.

Die Karte stand leider so schräg zum Licht, dass wir den Namen auf unserem Foto nicht lesen können. Die Anlage war trotzdem eine der beliebtesten bei Vätern mit Söhnen und, ehrlich gesagt, auch bei Müttern mit Töchtern.

NINJAGO

Der Veranstalter hatte im Vorfeld auf das 15-jährige Jubiläum von NINJAGO hingewiesen, und in der Halle stand eine große NINJAGO-Anlage mit dem Schriftzug in roten Steinbuchstaben vorne am Wasser. Dahinter: Pagoden, Felsen, ein Drache, ein Schiff mit Dschunkensegel, Wälder mit Kirschblüten und eine Menge Ninjas auf allen Ebenen. Gerade die jüngeren Besucher standen hier wie festgeklebt.

Eine große LEGO NINJAGO-Anlage mit dem Schriftzug NINJAGO in roten Buchstaben vor blauem Wasser, dahinter Felsen, Pagoden, ein Drache und ein Schiff mit Dschunkensegel NINJAGO, groß geschrieben: Pagoden, Felsen, Drachen und Ninjas auf allen Ebenen.

Der Baum: zwei Jahre Arbeit und kein einziger Stein gezählt

Wenn wir ein Modell als heimlichen Star von Bricking Bavaria 2026 nennen müssten, wäre es wohl dieses. „Der Baum“ von Christian Schwab aus Unterwössen ist genau das: ein Baum. Ein riesiger, verzweigter, grüner Baum, der so hoch in die Halle ragt, dass man den Kopf in den Nacken legen muss, um die Krone zu sehen.

Ein riesiger LEGO Baum mit braunem Stamm und weit ausladender grüner Krone, zwei Baumhäuser am Stamm, darunter eine farbenprächtige Pflanzenwelt mit blauen Figuren und Flugwesen, vorne links die Ausstellungskarte Der Baum; Gesichter der Besucher sind unkenntlich gemacht „Der Baum“ von Christian Schwab (Unterwössen): zwei Jahre Bauzeit, die Steine „nicht gezählt“.

Die Karte erklärt, wie es dazu kam. Inspiriert hat ihn das Kaufmodell Baumhaus, Set 21318 aus der LEGO Ideas Reihe. Von dort aus hat er das Modell immer weiter vergrößert und erweitert, bis ein so riesiger Baum entstanden ist. Die größte Herausforderung sei die Stabilität von Stamm und Ästen gewesen, das Innenleben besteht aus wenigen Technikteilen. Bauzeit: 2 Jahre. Steine: „nicht gezählt“. Das ist vermutlich die ehrlichste Antwort, die auf einer Ausstellungskarte stehen kann.

Am Stamm hängen zwei Baumhäuser mit blauen Dächern, verbunden durch Hängebrücken, und unten wuchert eine leuchtende Pflanzenwelt: rote und grüne Büsche, Blumen in allen Farben, ein kleiner Wasserfall aus transparent-blauen Teilen. Dazwischen bewegen sich blauhäutige Figuren und Flugwesen, die stark an die Welt von Avatar erinnern. Das Ergebnis ist ein Modell, das gleichzeitig wie ein Naturkundemuseum und wie ein Fantasyfilm aussieht.

Mosaike im Foyer: C-3PO und Grogu

Ein Teil der Ausstellung begann schon im Foyer, gleich neben der Garderobe. Dort standen auf Staffeleien zwei große Mosaike, an denen fast jeder auf dem Weg zu den Hallen stehen blieb.

Human Cyborg Relations

Das größere der beiden zeigt den goldenen Protokolldroiden C-3PO aus Star Wars, aus der Nähe ein Gewimmel aus Punkten, aus ein paar Metern Abstand ein Porträt mit Lichtreflexen auf dem Metall und unscharfen Lichtern im Hintergrund. Der Titel: „Human Cyborg Relations“. Laut Karte besteht das Mosaik von Ralph Döring aus Bath (UK) aus 20.736 1x1-Platten, -Fliesen und Käseecken in 50 verschiedenen Farben. Zum ersten Mal ausgestellt wurde es im Dezember 2017 in der Saatchi Gallery in London. Bauzeit: 2 Monate. Gesamtzahl der Steine laut Karte: 20.826.

Ein großes LEGO Mosaik auf einer Holzstaffelei, das den goldenen Droiden C-3PO aus Star Wars in Nahaufnahme zeigt, mit Lichtreflexen und orangefarbenen Lichtern im Hintergrund, darunter die Ausstellungskarte „Human Cyborg Relations“ von Ralph Döring (Bath, UK): über 20.000 kleine Teile in 50 Farben.

Was dieses Mosaik besonders macht, ist der Einsatz von Käseecken. Sie geben den Lichtkanten eine Richtung, die mit runden oder quadratischen Teilen allein nicht möglich wäre. Geh nah ran, dann weit weg, dann wieder nah. Du wirst sehen, was wir meinen.

Mosaik Grogu

Das zweite Mosaik zeigt Grogu aus der Serie „The Mandalorian“, mit großen dunklen Augen, riesigen Ohren und einer blauen Tasse in den Händen. Gebaut hat es Oliver Kude aus München, in 4 Wochen und mit 5.366 Steinen. Die Karte ist eine kleine Liebeserklärung. Eigentlich als Nebenfigur gedacht, sei Grogu umgehend zum Publikumsliebling geworden. Die Hautfarbe dieser Spezies entspreche am ehesten dem Farbton Sandgrün, aber weil die Palette dort zu wenige Abstufungen bietet, wählte er eine kräftigere Variante. Und weil die Anatomie mit diesen Ohren so speziell ist, sei Grogu sein erstes Mosaik im Querformat geworden.

Ein LEGO Mosaik im Querformat auf einer Holzstaffelei, das Grogu aus The Mandalorian mit großen Augen, langen Ohren und einer blauen Tasse zeigt, links daneben ein Aufsteller mit der Ausstellungskarte, im Hintergrund die Garderobe „Mosaik Grogu“ von Oliver Kude (München): 5.366 Steine, das erste Querformat seines Erbauers. Wegen der Ohren.

Kleine Formate, große Ideen

Zwischen den großen Anlagen versteckten sich Dutzende kleinere Modelle, und viele davon haben uns mindestens genauso gut gefallen.

GingerBread Town aus Tschechien

Der Lebkuchenmann war nicht zu übersehen. Er ist ungefähr so groß wie ein Grundschulkind, mit Zuckerguss-Augenbrauen, einem breiten Lächeln und zwei Knöpfen in Pink und Blau. Das Modell gehört zur GingerBread Town von Zuzana Kovalova und Martin Čemus aus der Tschechischen Republik, und die Karte ist die charmanteste des ganzen Tages: Es sei ein zauberhafter Ort zum Leben, mit LEGO Steinen, Weihnachtsstimmung, einer Prise Fantasie und ganz viel Zucker und Schokolade. Willkommen bei uns! Die einzige Regel: Bitte nicht an den Ausstellungsstücken knabbern.

Ein großer LEGO Lebkuchenmann aus braunen Steinen mit weißen Zuckergussverzierungen, schwarzen Augen und zwei bunten Knöpfen, davor die Ausstellungskarte GingerBread Town und eine Sammlung kleiner Event-Steine Der Lebkuchenmann der „GingerBread Town“ von Zuzana Kovalova und Martin Čemus (Tschechische Republik).

Bauzeit: 4 Monate. Steine: „Besser zählen“. Wir haben uns nicht getraut. Daneben stand übrigens eine kleine Sammlung bedruckter Erinnerungssteine von Fan-Events aus vielen Jahren, ein schöner Hinweis darauf, wie viel diese Aussteller in Europa herumkommen.

Vignettes Watchmen

Für die Comicfans gab es die „Vignettes Watchmen“ von Robert Wagner (auf Instagram als hellboy.bricks). Laut Karte sind es Schlüsselszenen aus dem Kult-Comic von Alan Moore, jede auf einer Grundfläche von 14x14 Noppen. Eine Wohnung mit Fenster, ein Treppenhaus voller Figuren, ein blauer Riese auf einem kleinen Schlachtfeld, eine weiße Fläche mit rotem Fleck und einer kleinen blauen Figur. Wer den Comic kennt, erkennt jede Szene, und wer ihn nicht kennt, bekommt zumindest Lust, ihn zu lesen. Bauzeit: ca. 2 Wochen. Steine: ca. 900.

Fünf kleine LEGO Vignetten zu Watchmen auf einem schwarzen Tisch, darunter eine Treppenhausszene, ein Zimmer und eine blaue große Figur, im Hintergrund ein Bildband und vorne das Comicbuch Watchmen und die Ausstellungskarte „Vignettes Watchmen“ von Robert Wagner (hellboy.bricks): Schlüsselszenen auf je 14x14 Noppen.

Brick-a-frame: Natur im Bilderrahmen

Eine Idee, die wir sofort nachbauen wollen: „Brick-a-frame“ von Nils und Kim Boost aus München. Verschieden große und kleine Displays mit Mangrovensumpf, Korallenriff, Bergen und Savanne, gebaut in handelsübliche Ribba-Bilderrahmen von IKEA, die auf eine Tiefe von drei bis fünf Noppen kommen. Jede Szene hat einen hellblauen Hintergrund und wirkt dadurch wie ein Schaukasten im Naturkundemuseum. Bauzeit: „immer wieder“. Steine: jeweils 400 bis 1.200.

Acht LEGO Szenen in schwarzen Bilderrahmen mit hellblauem Hintergrund, darunter ein Korallenriff, eine Savanne mit Löwen, Eisbären auf einer Scholle und ein Dschungel mit Tiger, aufgestellt auf einem gestuften Podest „Brick-a-frame“ von Nils und Kim Boost (München): Natur in Bilderrahmen, je 400 bis 1.200 Steine.

Das ist eine wunderbare Anregung für alle, die zu Hause keinen Platz für eine Anlage haben: Ein Rahmen an der Wand braucht kaum Platz und erzählt trotzdem eine ganze Geschichte.

Deadpool up-scaled

Noch so ein Fall für „das möchte ich auch“: ein Deadpool im Großformat, im Stil einer übergroßen Minifigur, mit Schwertern auf dem Rücken und der typischen Maske. Die Karte nennt ihn „Deadpool up-scaled“, gebaut von Jürgen Seidel aus Kühbach. Die Idee stammt laut Karte von MOC-178738 von ZTBricks. Ca. 1.200 Teile, Bauzeit ca. 30 Stunden. Wir finden es schön, dass hier offen dazugeschrieben wird, auf wessen Entwurf ein Modell beruht. Genau so funktioniert die Fan-Community: Man baut auf den Ideen anderer auf und nennt sie.

Eine große, aus roten und schwarzen LEGO Steinen gebaute Deadpool-Figur im Stil einer übergroßen Minifigur mit Schwertgriffen auf dem Rücken, davor die Ausstellungskarte Deadpool up-scaled „Deadpool up-scaled“ von Jürgen Seidel (Kühbach), nach einer Idee von ZTBricks.

Und noch viel mehr

Wir könnten so weitermachen. Es gab ein Matrix-Booknook von Mirjam Schrepler, ein aufklappbares Bücherregal-Diorama mit einem weißen Kaninchen, einer mysteriösen Telefonzelle und jeder Menge grünem Code, laut Karte in einem Monat gebaut, Steine „mehr als man denkt…“. Es gab eine Papierflieger-Faltmaschine aus Technic von Hannes aus Garmisch-Partenkirchen, eine kleine Produktionsstraße in Gelb und Schwarz, die laut Karte Papierflieger faltet und abschießt, Bauzeit drei Monate. Es gab ein Riesen-Regenbogenherz auf einer weißen Wolke, das laut Karte entstand, weil den Erbauern das ursprüngliche Regenbogenherz nicht groß genug war. Es gab einen Unterschlupf voller Minions mit Labor, Röhrenrutsche und Lagerhalle. Und es gab so viele weitere Städte, Burgen, Züge und Raumschiffe, dass man für jeden Tisch einen eigenen Absatz schreiben könnte.

Ein Klassiker von 1981, sechsmal so groß

Ein Modell hat uns besonders überrascht, weil es so unscheinbar daherkam: Ein grüner Tannenbaum und dahinter ein gelber Kipper und ein gelbes Fahrzeug mit Schaufel und einem Fahrer mit rotem Helm. Erst auf den zweiten Blick merkst du, dass das keine Minifiguren-Fahrzeuge sind, sondern Riesen. Der Tannenbaum ist der klassische LEGO Nadelbaum, nur so groß wie ein Dreijähriger.

Ein stark vergrößerter klassischer LEGO Tannenbaum aus grünen Steinen, dahinter ein großer gelber Kipper und ein Bagger mit einer übergroßen Figur mit rotem Helm, rechts die Ausstellungskarte zu Set 6383 Ein Set von 1981 im Maßstab 6:1: Selbst der Tannenbaum ist jetzt so groß wie ein Kleinkind.

Die Karte mit dem Titel „6383 große Au…“ erklärt den Rest: Das ist die vergrößerte Version eines seltenen LEGO Sets aus dem Jahr 1981. Jedes Teil von Set 6383 wurde im Maßstab 6:1 nachgebaut. Laut Karte sind der Drehkran und die Winde funktionsfähig. Bauzeit: 9 Monate. Der Name des Erbauers beginnt auf der Karte mit „LostConti“, der Rest war auf unserem Foto vom Rahmen verdeckt. Falls du das bist: Bitte melde dich, du verdienst den vollen Namen hier.

Diese Art von Modell zeigt eine Seite der Fan-Szene, die man leicht übersieht: die Liebe zu alten Sets. Viele Fans sammeln, katalogisieren und restaurieren Sets aus ihrer Kindheit, und manche bauen sie dann eben sechsmal so groß nach.

LEGO am eigenen Stand: der Thron in Lebensgröße

LEGO selbst war mit einem eigenen Stand vor Ort, und den hat man nicht übersehen. Vor einer großen Wand mit der Aufschrift „SMART PLAY“ stand ein Thronsaal-Ausschnitt in Lebensgröße: ein schwarzer Thron mit violettem Sitz vor einem runden Fenster, eingerahmt von grauen Wandsegmenten, und links und rechts zwei rote Wachen in Minifigurenform mit Stäben, so groß wie Menschen. Jeder Fan erkennt den Thronsaal aus Star Wars sofort.

Ein lebensgroßer, aus LEGO Steinen gebauter Thron mit violettem Sitz vor einem runden Fenster, links und rechts zwei rote Wachen in Minifigurenform mit Stäben, im Hintergrund eine Wand mit der Aufschrift Smart Play Der Thron in Lebensgröße, bewacht von zwei roten Garden, vor der SMART-Play-Wand.

Auf der Wand dahinter stand, worum es an diesem Stand ging: SMART Play, das laut Werbetext „auf deine Bewegung und dein Spiel“ reagiert. Daneben stand eine Schlange, und für viele Familien war das Foto vor dem Thron offensichtlich ein Pflichtprogramm. Wir verstehen das.

Der Rekordversuch: eine Brücke über mehr als 17 Meter

Eines der großen Themen rund um Bricking Bavaria 2026 war eine Brücke. Wie der Evangelische Pressedienst wenige Tage vor der Ausstellung berichtete, will Gerald Lasser, ein 55-jähriger Münchner, der gebürtig aus Österreich stammt, in Augsburg einen Weltrekord aufstellen: eine Schrägseilbrücke aus rund 80.000 LEGO Steinen, 40 Meter lang, mit einer freien Spannweite von mehr als 17 Metern. Der bisherige Rekord für die freie Spannweite liegt laut Bericht bei 16,9 Metern. Seit fünf Jahren arbeitet er an der Brücke, und laut Bericht hat sie noch nie am Stück gestanden, weil sie erst vor Ort mit seinem Sohn zusammengesetzt wird.

Ob der Rekord gefallen ist, können wir beim Schreiben dieses Artikels noch nicht sicher sagen, und wir schreiben nichts, was wir nicht wissen. Aber allein die Idee ist großartig: eine Brücke aus Spielsteinen, die länger frei trägt als ein Bus lang ist. Wir drücken die Daumen.

Was uns sonst aufgefallen ist

Die Abstimmungskarten. Neben fast jedem Modell lag eine kleine Karte mit QR-Code: „Gefällt dir das Modell? Dann scanne den Code und gib deine Stimme ab!“ So können Besucher ihre Lieblinge wählen. Das macht die Ausstellung interaktiv, und es macht Spaß, mit den Kindern zu diskutieren, wer welche Stimme bekommt.

Die Ausstellungskarten. Fast jedes Modell hatte eine einheitlich gestaltete Karte mit Titel, kurzer Beschreibung, Erbauer, Herkunft, Bauzeit und Steinzahl. Diese Karten sind Gold wert, weil sie aus einem schönen Modell eine Geschichte machen. Manche Erbauer haben dabei sehr viel Humor bewiesen: „nicht gezählt“, „Besser zählen“, „mehr als man denkt…“, „immer wieder“.

Die Internationalität. Ungarn, Tschechien, Großbritannien, Bayern von Garmisch-Partenkirchen bis Unterfranken: Bricking Bavaria ist längst kein rein bayerisches Treffen mehr.

Die Menschen. Was eine Fan-Ausstellung ausmacht, sind die Aussteller selbst, die hinter ihren Tischen stehen und erklären. Fast überall durften wir Fragen stellen, und fast überall bekamen wir mehr Antwort, als wir gefragt hatten. Das ist der Unterschied zu einem Museum.

Die Familien. Selten haben wir so viele Generationen gleichzeitig vor einem Tisch gesehen. Großeltern, die Kindern erklären, wie sie früher mit dem gelben Kipper gespielt haben, und Kinder, die den Großeltern erklären, wer die Ninjas sind.

Warum Fan-Ausstellungen wie Bricking Bavaria wichtig sind

Man könnte meinen, im Zeitalter von Bildern im Internet braucht es keine Ausstellungen mehr. Der Samstag in Augsburg hat das Gegenteil bewiesen. Ein Foto der Frauenkirche zeigt dir ein Modell. Davorstehen zeigt dir die Größe, die Farbabstufungen, die Emporen, die man nur aus einem bestimmten Winkel sieht. Ein Foto der Brücke zeigt dir eine Brücke. Davorstehen zeigt dir, was 17 Meter bedeuten.

Fan-Ausstellungen sind außerdem der Ort, an dem die Community sichtbar wird. Hier treffen sich Menschen, die sonst allein am Küchentisch bauen. Hier sehen Kinder, dass man mit LEGO Steinen nicht nur die Anleitung nachbauen, sondern eigene Welten erschaffen kann. Und hier lernen Erwachsene, dass ihr Hobby kein Kinderkram ist, sondern Handwerk, Kunst und Ingenieurwesen in einem. Genau deshalb tragen wir solche Ausstellungen bei BrickDb in unsere Event-Übersicht ein, damit du sie findest.

Von Österreich nach Augsburg

Für Besucher aus Österreich ist Bricking Bavaria eine der am leichtesten erreichbaren großen Fan-Ausstellungen in Deutschland. Augsburg liegt an der Bahnstrecke zwischen München und Ulm, und München erreichst du aus Salzburg, Innsbruck oder Wien ohnehin regelmäßig. Mit einer Übernachtung lässt sich die Ausstellung gut mit einem Spaziergang durch die Augsburger Altstadt und die Fuggerei verbinden.

Und dann ist da Gerald Lasser, der Erbauer der Rekordbrücke: laut epd ein gebürtiger Österreicher, der heute in München lebt. Dass ausgerechnet er heuer in Augsburg die längste freitragende LEGO Brücke bauen wollte, hat uns als österreichischer Blog natürlich besonders gefreut. Auch die Österreicher in der Fan-Szene sind übrigens fleißig: Ausstellungen und Börsen in Österreich findest du in unserer Event-Übersicht.

Tipps für deinen Besuch bei Bricking Bavaria 2027

Ein Datum für 2027 hat der Veranstalter beim Schreiben noch nicht genannt, das findest du, sobald es feststeht, auf der Website von Bricking Bavaria und in unserer Event-Übersicht. Aus unserem Besuch nehmen wir trotzdem ein paar Tipps mit:

  1. Tickets vorher online kaufen. 2026 lief der Vorverkauf online über die Website des Veranstalters. Das spart die Schlange am Eingang.
  2. Früh kommen. Am späten Vormittag wurde es vor den großen Anlagen richtig voll. Wer früh da ist, hat die Römer und Gallier fast für sich allein.
  3. Mindestens drei bis vier Stunden einplanen. Wir waren deutlich länger da und haben trotzdem nicht alles gesehen. Zwei Hallen mit über 700 Modellen sind nichts für einen schnellen Rundgang.
  4. Jacke abgeben. Die Garderobe liegt im Foyer direkt bei den Mosaiken; 2026 stand auf dem Schild eine Gebühr von 2,00. In den Hallen wird es warm, und mit Jacke über dem Arm fotografiert es sich schlecht.
  5. Bequeme Schuhe. Messeboden ist hart, die Wege sind lang.
  6. Die Karten lesen. Die Ausstellungskarten machen den halben Spaß aus. Nimm dir die Zeit.
  7. Mit den Ausstellern reden. Die meisten erzählen gern, wie ihr Modell entstanden ist. Frag, bevor du etwas anfasst, und fass im Zweifel lieber nichts an.
  8. Abstimmen. Scann die QR-Codes und gib deinen Lieblingsmodellen eine Stimme. Die Erbauer freuen sich.
  9. Rücksicht beim Fotografieren. Vor den beliebten Anlagen stehen viele Menschen. Mach dein Foto und mach dann Platz, und wenn du Fotos veröffentlichst, denk an die Privatsphäre anderer Besucher, vor allem der Kinder.

Häufige Fragen zu Bricking Bavaria 2026

Wann und wo fand Bricking Bavaria 2026 statt?

Bricking Bavaria 2026 fand am Samstag, 31. Oktober, und Sonntag, 1. November 2026, in den Hallen 6 und 7 der Messe Augsburg statt. Es war das erste Mal, dass die Ausstellung in Augsburg zu Gast war.

Wer veranstaltet Bricking Bavaria?

Die Ausstellung wird von Bricking Bavaria e.V. organisiert, einem Verein von LEGO® Fans, der laut eigener Website am 13. November 2010 gegründet wurde und im Mai 2026 rund 210 Mitglieder hatte. Die erste Bricking Bavaria fand bereits 2004 in Kirchheim statt.

Wie groß ist Bricking Bavaria 2026?

Laut Veranstalter knapp 7.000 m² Ausstellungsfläche mit über 550 Fans und Ausstellern und mehr als 700 Modellen und Anlagen. Damit gehört sie zu den großen LEGO Fan-Ausstellungen in Deutschland.

Ist Bricking Bavaria eine offizielle LEGO Veranstaltung?

Nein. Es ist eine Fan-Ausstellung, organisiert und gebaut von Fans. Bricking Bavaria e.V. ist eine von LEGO anerkannte Fan-Community, und LEGO war 2026 mit einem eigenen Stand vertreten. Die Modelle gehören ihren Erbauern.

Was waren die Highlights von Bricking Bavaria 2026?

Für uns: die Saturn-Startplattformen von Andor Schindler, „Der Baum“ von Christian Schwab, die römische Hafenstadt, das Dorf auf der Klippe, die aufgeschnittene Frauenkirche Dresden, das C-3PO-Mosaik von Ralph Döring, die GingerBread Town aus Tschechien und der angekündigte Brücken-Rekordversuch von Gerald Lasser.

Ist Bricking Bavaria für Kinder geeignet?

Absolut. Die Ausstellung ist ausdrücklich für Familien gedacht, mit vielen Modellen auf Kinderaugenhöhe und Themen von NINJAGO bis zu den Simpsons. Plane mit kleinen Kindern Pausen ein, denn die Hallen sind groß.

Wann findet Bricking Bavaria 2027 statt?

Ein Termin für 2027 war beim Schreiben noch nicht veröffentlicht. Sobald er feststeht, findest du ihn auf der Website von Bricking Bavaria und in der Event-Übersicht von BrickDb.


Die Details

Was Bricking Bavaria 2026, LEGO® Fan-Ausstellung von Bricking Bavaria e.V.
Wann Samstag, 31. Oktober, und Sonntag, 1. November 2026
Wo Messe Augsburg, Hallen 6 und 7, Augsburg
Größe knapp 7.000 m², über 550 Fans und Aussteller, mehr als 700 Modelle (laut Veranstalter)
Unser Besuch Samstag, 31. Oktober 2026
Website bricking-bavaria.de

Quellen

Termine, Fläche, Aussteller- und Modellzahlen wie vom Veranstalter veröffentlicht; Angaben zu den Modellen von den Ausstellungskarten vor Ort. Alle Fotos sind unsere eigenen, aufgenommen am 31. Oktober 2026; Gesichter anderer Besucher sind unkenntlich gemacht. Die Modelle gehören ihren Erbauern. Star Wars, Die Simpsons, Ghostbusters, Watchmen, Tim und Struppi und alle anderen genannten Marken gehören ihren jeweiligen Inhabern und werden hier nur beschreibend genannt. LEGO® ist eine Marke der LEGO Gruppe, die diese Anwendung weder sponsert noch autorisiert noch unterstützt.

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